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V.1: Mix-System Klarer Vorteil dieses Systems ist, dass es praktisch ohne vorausgehende Organisation und mit wenig Vorarbeit starten kann. Ist eine Spielidee da, so kann es gleich losgehen. Auch der Erklärungsaufwand für Neueinsteiger ist minimal. Die Organisation und Spielkomplexität wächst organisch mit der Anzahl der Mitglieder. In aller Regel werden die freien Posten hierarchisch vergeben. Der Chef wird also zuerst eingestellt, dann seine Untergebenen/Mitarbeiter. Auf diese Weise hält sich nicht nur der Arbeitsaufwand bei wachsenden Mitgliederzahlen in Grenzen und verteilt sich die anfallende Arbeit von selbst. Jede Hierarchie schafft zugleich die Motivation, sich am Spiel rege zu beteiligen und nach einiger Zeit befördert zu werden. Nehmen wir das Beispiel einer Raumflotte: Als Spielleiter ist man Admiral. Sagen wir, bei Spielstart hat man zunächst 2 Captains unter sich. Wenn weitere Mitspieler hinzukommen, werden zunächst die leitenden Posten auf den Schiffen vergeben (Chefingenieur, Erster Offizier, ...). Sobald die wichtigsten Posten vergeben sind, werden die nächsten Mitspieler einfache Mannschaftsmitglieder. Der Spielleiter hat hier nur zwei Leute, um die er sich kümmern muss: die beiden Captains. Diese kümmern sich wiederum primär um ihre Führungsoffiziere, welche ihrerseits für die Crew verantwortlich sind. Aus den Vorteilen ergeben sich leider auch zugleich Nachteile. Dadurch, dass sich das Spiel praktisch von alleine verwaltet und organisch wächst, besteht immer die Gefahr, sich zurückzulehnen und die Sache ihren Lauf nehmen zu lassen. Gezielte Spielhandlungen werden leicht vernachlässigt, eine (wenn überhaupt vorhandene) Handlung kommt nur schleppend voran. Auch beim Ventauron waren handlungsfortschreibende Spielzüge eher die Ausnahme als die Regel. Dadurch, dass die eigene Identität ganz im fiktiven Charakter aufgeht, werden die Charaktere meist nur rudimentär bis gar nicht ausgearbeitet und man verliert außerdem schnell die Distanz zum Spiel. Das schroffe Verhalten eines Vorgesetzten wird erstaunlich schnell persönlich genommen. Die Motivation zur Beförderung schafft, wie im realen Berufsleben auch, Spannungen und Neid. Das organische Wachstum führt außerdem leicht zu Problemen, wenn plötzlich ein 16Jähriger einem 30Jährigen vorgesetzt ist, nur weil er sich vielleicht zwei Monate früher angemeldet hat. Ursprünglich waren wir beim Ventauron davon ausgegangen, dass sich diese negativen Seiten nur dann zeigen, wenn Unsympathen mitspielen und die Spielleitung ihre Aufgaben schleifen lässt. Es hat sich jedoch leider gezeigt, dass selbst innerhalb einer ursprünglich sehr harmonischen Gruppe schnell Spannungen entstehen. Die Nachteile scheinen also systemimmanent zu sein. Wenn sich ein Admiral oft mit einem Ensign unterhält, weil er ihn von früher her kennt und daraufhin der Captain des Ensigns sich beschwert, dass der Admiral gefälligst den Dienstweg einzuhalten habe, ist der Spaß aus. |
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