October, 20th 2881

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DER KRIEG DER KULTUREN

Der "Kampf der Kulturen"  - eine Formulierung, die seit dem Anschlag auf die Station Fargate 20 nicht nur in den Medien die Runde macht. Zu unrecht, wie die freie Journalistin  und langj‰hrige Mitarbeiterin des Politmagazins "Galactic Inquire" Patricia Haffner findet.

Ein Kommentar fr GGN.

 

In den ersten Tagen nach dem Anschlag an der Frontier meldeten sich zahlreiche renommierte Experten zu Wort. In den Beitr‰gen der Fachleute, und zumeist Kritiker, fiel h‰ufig der Begriff vom "Kampf der Kulturen". Die Referenten beriefen sich hierbei auf das Buch des langj‰hrigen Beraters des Auenministeriums und Leiters des Pardhoff -Institutes fr Strategische Studien, Samuel Goldberg. 

Ursache des Terrors nicht  in Kulturunterschieden begrndet

Nach Goldbergs Verffentlichung im Jahr 2876 entbrannte in Fachkreisen eine leidenschaftliche Diskussion ber dessen These, mit dem Wegfall des multipolaren Systems auf der Erde werde zuknftig die Zeit der Auseinandersetzung mit exterristischen Kulturen anbrechen. In den letzten Tagen avancierte diese Prognose zum Schlagtot-Argument fr ein entschlossenes milit‰risches Vorgehen gegen die Krijar und eine st‰rkere Milit‰rpr‰senz an den Grenzen. Hierbei bersehen Anh‰nger der These Goldbergs, wie Tibi Al Basam und Peter Falkenberg, dass die Ursache des Terrorismus gegen die Konfderation nicht zwangsl‰ufig in der Kultur der Krijar begrndet liegt.

Wer die Hintergrnde der Anschl‰ge allein in der Kultur der anderen vermutet, der begeht folgenschwere Denkfehler: Erstens stellt man sich, folgt man Goldberg, argumentativ mit denen zusammen, die mit dem vergangenen Krieg den Untergang unserer Zivilisation  heraufbeschworen haben, denn auch sie werden direkt oder indirekt einen "Kampf der Kulturen" ausgerufen haben, in dem die unsere als Herrschende hervorgehen sollte. 

Zweitens verdeckt man die tats‰chlichen Ursachen des Terrors und folglich mgliche Ans‰tze diesen Konflikt zu lsen. Denn dass der Konflikt politische Hintergrnde haben knnte, beispielsweise ein Eindringen unserer Zivilisation in das Gebiet der Krijar und damit eine klare Grenzverletzung, zeigt die Tatsache, dass nach unserem bisherigen Wissen kein weiterer Versuch unternommen wurde, die Konfderation anzugreifen. 

Natrlich bestreitet niemand, dass kulturelle Pr‰gungen und gewachsene Traditionen gewisse Auffassungen und das Verh‰ltnis zur Gewalt mitbestimmen Aufgrund unserer mangelnden Kenntnisse der Kultur der Krijar, wird diese zur Zeit von unserer Regierung lediglich zum erreichen hegemonialer Ziele instrumentalisiert. Die Kultur der Krijar wird von Sendern der Mercury Media als befremdende Ideologie der Zerstrung und als Legitimation von Krieg und Expansion missbraucht. 

Nicht zu letzt enth‰lt diese polarisierende Darstellung auch einen bitteren Beigeschmack, der an den Grenwahn vergangener Zeiten erinnert. Doch es gibt auch Anlass zu Hoffnung: Die Regierung der Konfderation hat nach derzeitiger Einsch‰tzung erkannt, dass es sich nicht um ein kulturelles, sondern um ein politisches Problem handelt.

 

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